Mountainbiketour von Morro Jable zum Roque del Moro bei Cofete

Die Halbinsel Jandia auf Fuerteventura habe ich mir zum Biken ausgesucht weil mich besonders das Jandia-Massiv mit seinem höchsten Berg (Pico del Zarza, 804m) und den einsamen Stränden fasziniert. Für meine Touren habe ich mir bei Volcano-Bikes ein Mountainbike ausgeliehen. Man gab mir ein gut gewartetes 27-Gang KTM Ultra Fire inkl. hydraulischen Scheibenbremsen und Federgabel mit Lockout. In der Satteltasche befand sich ein Ersatzschlauch anstatt einem Reperaturkit. Diese Variante finde ich in vulkanigem Gebirge vorteilhafter, denn bei einem Platten macht es nur Sinn, Flickzeug mit sich zu führen wenn man eine kleine Schüssel oder Wanne mit Wasser vor sich hat um das Loch im Schlauch zu finden. Für den Mietzeitraum von 6 Tagen habe ich 78 € gezahlt – ein fairer Preis. Auch weil ich in der gesamten Zeit weder einen Platten hatte und selbst nachpumpen musste ich nur ein einziges Mal.

www.outdooractive.de
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Die Strecke nach Cofete und zum dortigen 15km-Strand (unter Naturschutz und wegen der Strömung nicht zum Baden geeignet!) stand als erste Tour auf dem Plan. Gute 40km und knapp 400 Höhenmeter sind machbar und mit genügend Wasser (2 x 1,5 Liter) und Proviant ging es los. Beginnend an der Strandpromenade von Morro Jable durch die Altstadt, über den Stadthügel Richtung Hafen. Vor der Hafenzufahrt (abschüssig) geht der Weg rechts ab Richtung Cofete und Punta Jandia. Dieser Weg ist bis zum Friedhof asphaltiert – danach radelt es sich ausschließlich auf schotterigen Offroadpisten.
Verfahren kann man sich hier nicht – es gibt nur die eine Hauptstrecke mit kleinen Abzweigungen links zu einsamen Buchten.

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Außer mir waren nur wenige Biker unterwegs – dafür ein paar Geländewagen mit gleichem Ziel. Dabei habe ich eine wichtige Erfahrung gemacht: Wenn Du als Radler in trockenem, sandigem Gelände unterwegs bist und von einem Jeep überholt wirst oder starke Winde alles aufwirbeln, dann atme ausschließlich über die Nase ein und aus. Es gibt nichts ätzenderes als mit Sandstaub eingetrocknete Mundschleimhäute. Ich musste ersteinmal alles rauskotzen und die Schleimhäute mit frischem Wasser benetzen. Also immer schön durch die Nase atmen.

Nach ca 12 Kilometern kam ich an eine Kreuzung. Geradeaus führt diese weiter zum Punta Jandia sowie zur Caleta de la Madera – der Weg rechts führt über eine Serpentine schön bergauf zum Jandia Massiv. Am höchsten Punkt dieser Tour öffnet sich ein fantastischer Weitblick über die 15 Kilometer lange unberührte Playa de la Cofete. Der Wind bläst einem hier oben derart stark um die Ohren daß man das eigene Wort kaum wahrnimmt. Ich konnte mir ob dieser wunderschönen Aussicht (und des gelungenen Anstieges im ersten Gang) einen lauten Jubelschrei nicht verkneifen.
Toll wie man mit sich selbst und seinen eigenen Leistungen so viel Spaß haben kann. 🙂
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Weiter zieht sich der Geröllweg in einer Sperpentinenform nach Cofete. Hier auf der Westseite sind die Felsen und Gesteine dunkler und machen das Fahrerlebnis noch mystischer.
Nach ca 2-3 Kilometern sah ich ein Schild mit der Aufschrift „Roque del Moro“. Geradeaus wäre mein Ziel. Für beide müsste ich in etwa die gleiche Zeit benötigen.
Ich entschied mich die Abzweigung zu nehmen um noch mehr die Einsamkeit zu genießen als es ohnehin schon der Fall war.

So kam mir auf dem Weg lediglich ein Pärchen entgegen. Super – Somit hatte ich den kompletten Strandabschnitt am Roque del Moro für mich alleine.
Und was das für ein Anblick war! Und alles für mich alleine. Ich kann es nicht oft genug betonen: Ich war ganz alleine. So ganz alleine. Also so wirklich. Weit und breit sonst keiner.
Nur eine Seemöve die mit mir die Wellen bewundert hat.
fuerteventura_cofete_roque_del_moro_007 Der Weg zum Roque del Moro, der – normalerweise auch mit Jeeps befahrbar und mit Parkplatz ausgestattet – einige Tage zuvor von heftigen Regenfällen ausgewaschen wurde, hat eine ebensolche Faszination auf mich ausgeübt. 3-4 Meter hohe Seitenwände aus unterschiedlichsten Gesteinsschichten lassen den Weg mehr in ein Tal verwandeln. Und schieben musste ich auch des öfteren – denn in Vulkansand zu radeln macht selbst mit den besten Mountainbikeprofilen keinen Sinn.

Der Rückweg führte dann über die gleiche Strecke und war – wie bei jeder Radltour – so schnell vorbei daß ich es garnicht glauben konnte schon 1 Stunde vor Sonnenuntergang wieder zurück zu sein.
Irgendwann werde ich nochmal diese Strecke fahren – und dann geradeaus nach Cofete.
Danke an www.outdoractive.de für den tollen Routenplaner.

Ein Gedanke zu „Mountainbiketour von Morro Jable zum Roque del Moro bei Cofete

  1. Pingback: Mountainbiketour zur Caleta de la Madera und Punta Jandia - BennyK

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