Schlummertasten-Hektik am Morgen

Frühstück an der isar in München
Frühstück an der isar in München
Frühstück an der Isar in München

Ich wälze mich Morgens im Bett als der Wecker bereits zum dritten Mal klingelt. Schon wieder habe ich die Schlummertaste wie ein Süchtiger gedrückt. Meinen Lippen entfläucht ein „hmmmmm weiterschlafen…“ – und so kämpfe ich mich schlaftrunken aus dem Bett um mit Schrecken festzustellen in was für ein müdes Gesicht ich im Spiegel schauen muss.

Ein Blick auf die Uhr verrät mir zusätzlich: In spätestens 20 Minuten habe ich auf dem Fahrrad zu sitzen, um pünktlich bei der Arbeit zu sein!
Also los los los!!! Schnelldusche! Zähneputzen! Anziehen! Radltasche! Radlhelm! Handy! Geldbeutel! Kippen! – und los!
Neinnnn – wo ist mein Schlüssel?!

Nicht auf der Ablage! Am PC? Nein … – hier auch nicht!
Himmel A****und Zwirn.

Das gibt’s doch nicht!

– 3 Minuten aufreibender Suchaktion später –
War ja klar. Hier in meiner Hosentasche ist er.
Jetzt aber los und ab auf’s Rad…

Ahhh! Frühstück vergessen!…

Naja – kann man jetzt auch nichts mehr machen. Frühstücken werde ich heute also nicht mehr Zuhause – das mache ich dann am Arbeitsplatz:
mit belegten Fertigbrötchen vom Backshop. Ist teuer, schmeckt scheiße, macht aber satt und Zeit hab ich jetzt sowieso keine mehr.

Auf dem Fahrrad ärgere ich mich dann als ich durch den Englischen Garten fahre und meine Bank sehe auf der ich schon so oft mein Frühstück genossen habe. Nachdem ich eine Stunde geradelt war. Morgens um 6 Uhr.

Meine Laune steigt sofort an. Wie immer, wenn ich hier vorbeifahre.

Mir schießen Gedanken durch den Kopf als ich am Eisbach-Wasserfall vorbeiradle:
„Gestern bin ich doch extra früh ins Bett gegangen um heute wieder auf der Wiese oder an der Isar zu frühstücken. Warum habe ich es heute nicht frühzeitig aus dem Bett geschafft wie neulich? Der Wecker hat doch um 7 Uhr das erste Mal geklingelt! Nur die Schlummertaste die böse… die ist Schuld.“
Super. Habe ich wenigstens einen Schuldigen gefunden für meine morgendliche Verpenntheit. Ist zwar nur die Schlummertaste des iPhone-Weckers – aber ich habe einen Schuldigen! Wer kann das schon von sich behaupten.
Schließlich ist die Weitergabe von Schuld die beste Möglichkeit sich selbst supergut zu fühlen.

Ich muss mich also nicht ändern – ach wie bequem.

Wie könnte ich denn auch, bei den ganzen Schuldigen um mich herum?
Böse böse Schlummertaste. Ich sollte einen Brief an Apple schreiben. Dass die da irgendetwas ändern müssen. Die sind doch kreativ – sollen sich also bitte mal etwas einfallen lassen. Schließlich will ich lieber im Sonnenaufgang an der Isar frühstücken als im weißen Büro mit Blick auf Emails und neue Aufträge.

Update:

Ich versuche jetzt schon seit seit einiger Zeit früher ins Bett zu gehen, früher aufzustehen und dementsprechend den Morgen wirklich zu nutzen.
Es funktioniert noch nicht jeden Tag, aber ich bin auf dem Weg der Besserung und es fühlt sich beeindruckend gut an. Zumal ein Tag wirklich nicht besser beginnen kann, als mit einem Frühstück in freier Natur und etwas Bewegung.

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