Gedanken blockieren mein Handeln

In zwei Monaten geht mein Flieger auf die Azoren.

Ist ja noch ewig hin, sagen meine Freunde.
Ich merke aber, dass ich mit meinen Gedanken zu oft und zu weit in der Zukunft (und schon auf den Azoren) bin, anstatt im Hier und Jetzt.
Alles konzentriert sich auf die Zeit zwischen dem letzten Arbeitstag am 17. und dem Abflug am 26. Februar.
Die Abschiedsfeier spielt dabei irrerweise keine so große Rolle.
Sondern vielmehr meine verbliebenen Sachen.

Wer kauft meinen Mixer, meinen Dampfgarer, meine Pfannen?
Übernimmt mein Nachmieter meinen Landhaus-Küchenschrank oder stelle ich ihn auf ebayKleinanzeigen ein?
Für wieviel Euro verkaufe ich meine E-Gitarre?
Verkaufe ich auch mein Touren-Fahrrad oder stelle ich es in Ulm unter, um damit später eine 3-jährige Welt-Radreise zu machen?
Welchen Maler lasse ich meine Wände weißen? Wieviel wird das kosten? Oder mache ich es doch selbst?
Mache ich zuerst die Wohnungsübergabe und bringe dann meine restlichen Sachen nach Ulm oder umgekehrt?

Gedanken blockieren mein Handeln.
Gedanken blockieren mein Handeln.
Fragen über Fragen, die mich eher blockieren anstatt mich weiterzubringen.

Dabei hatte ich mir eine so gute Excelliste erstellt, zu welchem Termin ich mich um was kümmern muss.
Das hat bislang super funktioniert. Bis Weihnachten lief es super. Nur jetzt auf den letzten Metern komme ich scheinbar ins Straucheln.
Und mit dem Portugiesisch lernen bin ich auch nicht wirklich weiter gekommen.
Ich hätte schon viel weiter sein und einen richtigen Kurs besuchen können anstatt nur mit dieser App zu lernen.

Mein Papa würde jetzt sagen: Mach Dich nicht verrückt. Alles wird gut. Immer eins nach dem Anderen.
Wie Recht er damit immer hat Aber das ist trotzdem immer einfacher gesagt als getan.

Habe ich mir zuviel vorgenommen? Mich selbst zu sehr unter Druck gesetzt?

Es gibt aber noch andere Punkte, welche mich in den Planungen etwas zurückfallen lassen:
Ich habe beschlossen, die restlichen 2 Monate in München ordentlich zu genießen.
Meine Freunde zu treffen, auszugehen und mit meinem Acapella Chor (Munich Show Chorus) zu singen, mit dem wir am 05. März in der Münchner Philharmonie auftreten. Und zwar bei der Deutschen Meisterschaft.

An schönen Stellen: verweilen und genießen. Ansonsten: weitergehen.
An schönen Stellen: verweilen und genießen. Ansonsten: weitergehen.

Danach kann ich mich um mein restliches Hab&Gut kümmern. Und bis dahin lebst Du jetzt. Nicht morgen. Nicht Gestern. (Die letzten drei Kurzsätze waren eher für mich als für euch).
Und während ich das hier schreibe fühle ich mich entspannter. Schon irre was ein paar Fingerkuppenanschläge auf einer Tastatur bewirken können.
Hmm. Vielleicht gibts da ja eine Studie zu? Ich würde sie so nennen: „Psychosomatische Wirkung von Fingerkuppenanschlägen auf PC-Tastaturen. Untertitel: Schreiben entspannt“.

Ich kämpfe weiter. Mit mir und für mich. Für meine innere Freiheit.
Und wenn ich innerlich kurz vor dem Aufgeben bin, dann Blicke ich stolz zurück und sehe was ich bis jetzt geschafft habe. Das gibt mir im Zweifel unglaublichen Antrieb und weiteren Mut.

Ich hätte. Ich könnte. Ich will. Ich möchte.
Haben wollen.

Da ist es wieder. Dieses Verlangen. Nach zuviel. Zuviel Perfektionismus, anstatt die Dinge einfach so zu nehmen wie sie sind.
Genau davon will ich weg. Aber es ist eher schlimmer geworden, habe ich das Gefühl.
Weil ich mich vehement dagegen wehre, und auch weil ich mir richtig viel vorgenommen habe. Ich scheine es damit zu stärken anstatt zu schwächen.
Vielleicht sollte ich einfach mal die Kampfaxt liegen lassen.
Ich möchte etwas ausprobieren: Ich möchte meinem Verlangen, meiner Inspiration und meinem Bauchgefühl wieder nachgeben.
Es zulassen anstatt dagegen anzukämpfen bzw alles zu planen.
Und dann sehen was passiert.

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